Nerven, das Leben braucht Nerven

Nun ist er da. Dieser Tag, an den ich seit Wochen denke. Genau genommen dachte ich seit Wochen nur noch an diesen Tag. Ich habe so oft an diese Prüfung gedacht, dass ich dabei teilweise vergessen habe, dafür zu lernen. Tönt verrückt? Das ist es natürlich auch!

Aber der Tag ist nun gekommen und die Prüfung ist nur noch zwei Stunden entfernt. Habe ich genug gelernt? Habe ich das Richtige gelernt? Ich weiss es nicht! Dem Morgenessen ziehe ich meine Bücher vor. Ich durchforste jede Seite. Nein, ich versuche jede Seite zu durchforsten. Panik steigt in mir auf. Ich muss jetzt da durch!

Im Bus versuche ich krampfhaft meine nervösen Zuckungen zu unterbinden – es gelingt mir nicht! Mein Herz schlägt, als wollte es aus meiner Brust springen. Meine Zunge macht Bewegungen, die nicht von dieser Welt sein können. Gut okay, diese Erscheinungen haben etwas Positives. Für einen Moment denke ich nicht an die bevorstehende Prüfung. Mist, jetzt ist sie wieder präsent.

Ich steige aus dem Bus aus und stehe nun vor dem Schulgebäude. Meine Gefühle könnten gemischter nicht sein. Endlich ist diese Horrorfahrt zu Ende. Aber das bedeutet eben auch, dass ich gleich abzuliefern habe. Mein Gott, wie ich dieses Chaos hasse! Diese erdrückenden Gefühle, welche dir die Kehle zu schnüren.

Dann ist der Moment gekommen und ich muss die mündliche Abschlussprüfung vor vier Experten halten. Ich funktioniere nur noch wie ein Roboter und beantworte alle Fragen. Positiv, ich muss mir keine Gedanken machen, was das Richtige ist. Es läuft einfach. Am Anfang noch angespannt, doch bald realisiere ich, dass es ja toll läuft. Und ich komme richtig in Fahrt, erzähle voller Elan und beende mein selbstgemachtes Theater im nu.

Ich laufe aus dem Gebäude und stelle wieder mal fest, dass ich mir viel zu viele Gedanken um nichts gemacht habe. Wieso passiert mir dies eigentlich immer wieder?!?

 

Kategorie: Anekdoten aus dem Alltag Schlagwörter: , . Bookmark the permalink.

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